HOTLAPS

AUDI R8 V10 SPYDER 5.2 FSI QUATTRO S tronic

KURZCHARAKTERISTIK

Der neue R8 Spyder V10 vereint beeindruckende Leistung, sportliche Eleganz und die Faszination des offenen Fahrens. 540 PS uns Allrad katapultieren den R8 Spyder V10 bei geöffnetem Verdeck in 3,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 

 

TECHNIK

Motor / Zylinder / Hubraum: Benzin / V10 / 5.204 ccm

Nennleistung: 540 PS bei 7.800 rpm

Max. Drehmoment: 540 Nm

Motorbauart: Direkteinspritzung

Antrieb / Getriebe: Allrad / 7 Gang S tronic

Leergewicht: 1.765 kg

Leistungsgewich: 3,27 kg/PS

Reifen: MICHELIN Pilot Sport Cup 2 - 20"

 

FAHRLEISTUNGEN (WERKSANGABEN)

Topspeed: 318 km/h

0-100 km/h: 3,6 sec

 

LISTENPREIS

ab EUR 245.070,--

 

 

 

 

TESTBEDINGUNGEN

Wetter: 19°, trocken

Wagenbesetzung Personen: 2

 

TESTWERTE

Rundenzeit Pannonia Ring: 2:10,4 min

Topspeed: 222 km/h

 

 

 

 

 

ABWEICHUNGEN ZUR SERIE

20" Bereifung

ONBOARD RUNDE
MARKOS
STATEMENT

Bevor ich auf den eigentlichen Test eingehe möchte ich kurz die Rahmenbedingungen skizzieren, da sich diese seit dem Beginn unserer Tests etwas verändert haben. Der Ablauf ist nach wie vor der gleiche: Die Autos sind „wie sie sind“, d.h. wir  haben z.B. keinen Einfluss auf das Fabrikat und den Zustand von Reifen und Bremsen und auch keine Möglichkeit das Setup ausgiebig zu testen oder zu modifizieren. Das bedeutet: Kameras montieren, Warm-Up-Lap, HOTLAP, Cool-Down-Lap.  

 

Während Hecktriebler ein für erfahrene Motorsportler relativ schnell einschätzbares Verhalten am Limit zeigen, neigen moderne, leistungsstarke, allradgetriebene Sportwägen meist zu einem im Grenzbereich indifferenten Verhalten. In Kombination mit einem auf Sicherheit ausgelegten Gesamt-Konzept unterstützt durch elektronische Systeme, kann das Auto in prinzipiell ähnlichen Situationen daher sehr unterschiedlich reagieren. Zur Ermittlung der bestmöglichen Rundenzeit wäre es daher nötig zuerst verschiedene Set-Ups zu testen, 5 bis 10 Runden zu absolvieren und erst dann auf Zeitenjagd zu gehen. Während das Optimierungspotenzial (Vgl. Hotlap zu schnellstmöglicher Zeit) daher bei manchen Autos im Zehntel-Sekundenbereich liegt kann es bei hochtechnisierten Supersportwagen durchaus im Bereich von 1-2 Sekunden liegen. Der aktuelle Kandidat zählt zu letzteren.

 

Der aktuelle R8 V10 Spyder basiert stark auf dem Konzernbruder Hurrican und 540PS,540 Nm, sowie ein 5,2Liter V10 Motor sind die richtigen Zutaten für einen Supersportler. Ergonomie, Styling und Qualitätsanmutung sind top und speziell beim Innenraumdesign hat sich viel getan. Das Ambiente darf man sicherlich als sportlich luxuriös bezeichnen. Bereits der Vorgänger hat mich ja bezüglich Ringperformance durchaus überrascht, lediglich die „alte“ S-Tronic konnte mich nicht überzeugen, wobei die schlechten Rundenzeiten damals eher den 5 Jahre alten Reifen geschuldet waren.

 

Das aktuelle Modell gibt sich hier keine Schwächen. Die 7-Gang S-tronic schaltet schnell und präzise und man ist sofort im richtigen Gang, auch bei raschem zurückschalten. Die Bremsen wirken nie überfordert und lassen sich gut dosieren und die Sportsitze bieten ausreichend Seitenhalt, auch bei flotter Gangart. Auf Wunsch des Besitzers wurde die Hotlap im „Track-Mode mit ESP off“ absolviert. Der Antrieb wird dadurch extrem hecklastig und man kann auf Wunsch das Heck so richtig raushängen lasse, allerdings geht das auf Kosten der Traktion und verhindert volles Hinausbeschleunigen aus der Kurve.

Auch das leichte Übersteuern im Kurveneingang ist einer Top-Rundenzeit nicht förderlich. Wie eingangs erwähnt wäre hier ein anderes Set-Up und Nutzung des quattro-Antriebs möglicherweise schneller gewesen.

 

Im Gegensatz zum vorherrschenden Zwangsbeatmungs-Trend ist der R8 ein klassischer Sauger mit allen Vor- und Nachteilen. Da man auf den Ladeluftkühler verzichten kann ergibt sich ein extrem aerodynamisches Design mit geringem Luftwiderstand. Allerdings verlangt das im Vergleich zu Turbomotoren schmale Drehzahlband mit optimaler Leistung nach exakter Gangwahl um im richtigen Drehzahlbereich zu bleiben, vereinfacht gesagt, ein Ausdrehen der Gänge. Daher wirken die 540 PS nicht ganz so brachial, wie man es von aufgeladenen Motoren kennt. Soundtechnisch wird dieses Manko aber zum großen Plus: keine Lader Stören die Abgasrückführung und so klingt der V10 einfach traumhaft und spielt seine Qualitäten hier voll aus!

 

FAZIT:

Der R8 ist durchaus ein Supersportler mit hohem Spaßpotenzial und ausreichend Power, die er Dank quattro-Antrieb auch vorzüglich auf die Straße bringt. Mit geignetem Taft bis 318km/h oben ohne! Obwohl der Spyder bauartbedingt über weniger Steifigkeit verfügt als sein verlötetes Pendant, macht er auch auf der Rennstrecke eine gute Figur, sein Potenzial spielt er aber sicherlich eher bei flotter Gangart auf kurvigen, weitläufigen Bergstraßen aus. Das Gesamtpaket stimmt und ist, speziell durch den Sound und das Design, emotional sehr ansprechend. Alternativen: Jaguar F-Type Roadster, Mercedes AMG GT-C, Ferrari 458 Spider.

 

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