HOTLAPS

MERCEDES AMG E 63 S 4Matic+

KURZCHARAKTERISTIK

AMGs Interpretation einer Alltagslimousine als Supersportwagen lässt keine Wünsche offen und bringt den Asphalt zum Glühen: 4matic+, 612PS & 850Nm sorgen für Vortrieb ohne Ende und knacken die 100er - Marke in 3,4 Sekunden.

 

TECHNIK

Motor / Zylinder / Hubraum: Benzin / V8 / 3.982 ccm

Nennleistung: 612 PS bei 5.750 rpm

Max. Drehmoment: 850 Nm

Motorbauart: Biturbo

Antrieb / Getriebe: Allrad / AMG 9-Gang-Automatik

Leergewicht: 1.950 kg

Leistungsgewich: 3,19 kg/PS

Reifen: PIRELLI P Zero  H: 295/30 ZR20

                                           V: 265/35 ZR20

 

FAHRLEISTUNGEN (WERKSANGABEN)

Topspeed: 250 km/h abgeregelt

0-100 km/h: 3,4 sec

 

LISTENPREIS

Testwagen: EUR 176.000,--

 

 

 

 

TESTBEDINGUNGEN

Wetter: 16°, trocken

Wagenbesetzung Personen: 2

 

TESTWERTE

Rundenzeit Pannonia Ring: 2:10,5 min

Topspeed: 229 km/h

 

 

ABWEICHUNGEN ZUR SERIE

AMG Performance Sitze

20" AMG Felgen 

MERCEDES AMG E 63 S 4Matic+

HOTLAP PANNONIA RING

MARKOS

STATEMENT

Ein Attribut drängt sich unmittelbar nach den ersten Metern auf: „brutal!“. Dank des 4-Liter V8 und den zwei Twin-Scroll-Turbos liegt ab 2.500 U/min bereits das volle Drehmoment von 850 Nm an, die Dank AMG 4 MATIC+ auch in Vorschub umgesetzt werden. Das zeigt sich an der Rundenzeit ebenso wie an den 229 km/h Topspeed auf Start-Ziel. Die Ergonomie ist mercedestypisch Top und der Seitenhalt in den individuell einstellbaren Performance-Sitzen ausgezeichnet. Der brachiale Sound passt perfekt zum sportlichen Charakter der Limousine, ebenso das AMG Ride Control Fahrwerk und ein ESP, das sich komplett ausschalten lässt. Dieser AMG spricht einen auch emotional an.

 

Ein kleiner Kritikpunkt ist beim Antrieb angebracht. Man bekommt das Gefühl nicht los, das zumindest auf der Rennstrecke die Momentenverteilung zwischen Vorder und Hinterachse etwas zu träge reagiert, was leider zu einem etwas indifferenten Verhalten führt. Im Gegensatz z.B. zum 911 turbo oder Audi R8 die sich wie „Hecktriebler mit Zusatz-Traktion“ fahren lassen, greift hier die Elektronik etwas unnatürlich ein und versucht das gewollte leichte Übersteuern auszugleichen und das Auto „gerade zu ziehen“, was auf der Rennstrecke eher stört als hilft.

Das ist schade, denn die Lenkung arbeitet unaufgeregt präzise und auch das AMG SPEEDSHIFT MCT 9-Gang-Sportgetriebe (Automatik mit nasser Mehrscheiben-Anfahrkupplung) schaltet schnell und exakt. Einziges Manko im Rennbetrieb: die Gänge sind auch im manuellen Mode beim Herunterschalten nicht vorwählbar. Die Hochleistungs-Verbundbremsanlage des getesteten Fahrzeugs funktioniert im Normalbetrieb wie bei AMG zu erwarten gut, stößt im Renntempo allerdings an ihre Grenzen, was sicherlich dem Fahrzeuggewicht von 2 Tonnen geschuldet ist. Nach einer Runde wurde der Pedaldruck bereits weich. Das lässt sich aber möglicherweise mit der optionalen Keramik Hochleistungs-Verbundbremsanlage in den Griff kriegen. Das Gewicht macht sich auch beim Hineinbremsen in Kurven bemerkbar und lassen den E 63 über die Vorderachse schieben, d.h. man muss eigentlich den Bremsvorgang vor der Kurve abgeschlossen haben um Untersteuern am Kurveneingang zu vermeiden.

FAZIT:

Die Quadratur des Kreises ist auch mit dem AMG E 63 S nicht möglich, denn für einen richtigen Supersportwagen ist er mit zwei Tonnen einfach zu schwer. Das bedeutet natürlich nicht, dass er „langsam“ ist, denn die Kraftentfaltung ist brutal er ist richtig schnell. Er lässt auf dem Pannoniaring z.B. auch den für die Rennstrecke konzipierten Porsche 911 GT3 (997) oder den aktuellen BMW M4 hinter sich. Allerdings erreicht zumindest die serienmäßige Bremse bei harter Gangart schnell ihr Limit und auch der Allradantrieb überzeugt im Rennbetrieb nicht 100%-ig. Wer aber eine Alltagslimousine mit ordentlich Punch und ausgezeichneter Traktion sucht, die sich extrem sportlich bewegen lässt und dies mit einem tollen V8-Sound untermalt, der wird mit diesem Dampfhammer sicherlich seine Freude haben!

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